Mittwoch, 20.05.2026
15.00 Uhr
Ort: Vor dem Rathaus Münster
Münster will klimaneutral werden, nennt sich BioStadt und Fairtrade Town. Doch viele gute Ziele bleiben offenbar dort liegen, wo sie politisch am bequemsten sind: unter der Erde.
Seit 2022 liegt der Stadt Münster eine fundierte Bürgeranregung für eine gesundheitsfördernde und nachhaltige Kita- und Schulverpflegung vor. Seitdem ist viel Zeit vergangen – aber wenig passiert. Keine Umsetzung. Kein Zeitplan. Keine öffentliche Debatte. Und inzwischen nicht einmal mehr Antworten auf Nachfragen.
Darum tragen wir unseren Protest wieder vor das Rathaus. Diesmal machen wir sichtbar, was in Münster gerade mit vielen Nachhaltigkeitszielen geschieht: Sie werden verschleppt, verdrängt, vertagt – und am Ende beerdigt.
Warum wir protestieren:
- 11.000 Essen täglich werden in Münsters Kitas und Schulen ausgegeben. Die Stadt hat hier eine enorme Hebelwirkung – für gesunde Kinder und echten Klimaschutz.
- Ernährung ist Klimapolitik: Die weltweite Tierhaltung verursacht rund 33 % der globalen Treibhausgasemissionen – mehr als der gesamte Verkehrssektor! Durch pflanzenbetonte und bio-zertifizierte Mahlzeiten könnten allein in Münster täglich Tonnen an CO₂ eingespart werden.
- Die Forderung ist klar: 50 % Bio-Anteil sofort, 100 % perspektivisch. Doch Münster hält am Minimalziel von 20–30 % Bio fest. Das ist mutlos, unambitioniert und nicht zukunftsfähig.
- Während andere Städte längst handeln – Freiburg, Essen, Kopenhagen – verschanzt sich Münster hinter „komplexen Zuständigkeiten“ und „vergaberechtlichen Hürden“. Seit über zwei Jahren wurde nicht einmal der Wille gezeigt, die Vorschläge ernsthaft im Rat zu diskutieren.
- Die Verwaltung prüft weiter. Es gibt keine gesicherten Zeitpläne, keine öffentliche Beteiligung, keine Transparenz.
Was wir fordern:
- Sofortige politische Beratung und Entscheidung zur vorliegenden Bürgeranregung.
- Ein verbindliches Leistungsverzeichnis für gesunde, faire und klimafreundliche Verpflegung – mit konsequenten Kriterien für Bio, Regionalität, Saisonalität und Tierwohl.
- Eine Verpflichtung zur schrittweisen Anhebung des Anteils fair gehandelter und ökologischer Produkte.
- Konsequente Umsetzung der DGE-Ernährungsstandards, insbesondere weniger Fleisch, mehr pflanzliche Vielfalt.
- Eine Koordinierungsstelle, die Verantwortungen bündelt und Qualität sichert, sowie einen runden Tisch „Schul- und Kitaverpflegung“, der die Umsetzung unterstützt und sicherstellt
Wir sagen: Schluss mit dem Vertagen! Jetzt ist die Zeit zum Handeln.
Deshalb rufen wir alle Umweltgruppen, Ernährungsinitiativen, Elternvertretungen und engagierten Bürger*innen auf: Beteiligt euch am Protest gegen das klimapolitische Zögern der Stadt Münster!
Wir sagen: Nachhaltigkeitsziele gehören nicht auf den Friedhof.
Kinder brauchen gutes Essen. Münster braucht echte Umsetzung. Und die Stadtverwaltung muss endlich antworten.
Kommt zur Demo und bringt Freund*innen, Eltern, Umweltgruppen, Ernährungsinitiativen und alle mit, die keine Lust mehr auf Verwaltungsschlaf haben.
Mittwoch, 20. Mai 2026, 15 Uhr – vor dem Rathaus Münster.
Hier findet ihr die Bürgeranregung aus 2022:


