Nun hat die das Virus auch Nordrhein-Westfalen erreicht. Es gibt bestätigte Fälle in den Kreisen Minden-Lübbecke und Soest. Die Initiative Münster isst veggie positioniert sich angesichts der aktuellen Lage.
Nach Schweinepest und BSE nun also mal wieder eine Geflügelseuche. Zu Hunderttausenden werden Gänse, Enten und Hühner getötet, um die Vogelgrippe einzudämmen. Erkrankte Wildvögel fallen tot vom Himmel. Landwirt*innen und Veterinär*innen ergreifen routiniert „Gegenmaßnahmen“. Noch „gesunde“ Tiere werden in großer Zahl in engen Ställen eingesperrt, in der Hoffnung, sie vom Erreger fernzuhalten. Impfen wäre möglich und natürlich viel nachhaltiger. So viel virologisches Verständnis haben nach Corona nun wirklich alle.
Es gibt nur einen Grund fürs aktuelle Massenschlachten: Impfen ist schlicht zu teuer. Anders als manchmal behauptet, werden die Nutztiere auch nicht in erster Linie getötet, um ihre wilden Verwandten zu schützen, betonen Biolog*innen. Die Bestände von Wildgans, Adler, Bussard und Co. würden sich wohl von der Grippe erholen. Sie sind eher bedroht, weil ihre Lebensräume durch Abholzung, Versiegelung und Verschmutzung schwinden – von den Folgen des Klimawandels ganz zu schweigen. Die Stallpflicht sichert zuallererst den aktuellen Fleischmarkt, also (noch) nicht betroffene Betriebe, die so ihre Tiere verkaufen können. Zudem schützt es die Verbraucherinnen vor dem „Preisschock“. Letztere haben sich an Fleisch gewöhnt, das so billig nur in tierquälerischer Massentierhaltung produziert werden kann. Schon jetzt steigen die Preise, weil nicht mehr jedes geschundene Huhn in den Handel kommen darf. Die Fleischindustrie tut alles dafür, möglichst bald wieder mit voller Kapazität zu produzieren und sich so Gewinne zu sichern, ehe womöglich die Nachfrage einbricht.
Dagegen gibt es nur ein Mittel: viel weniger Fleisch! Und zwar auf allen Ebenen: Weniger produzieren, weil deutlich strengere Tierschutzregeln gelten, kontrolliert und auch umgesetzt werden. Aber auch weniger Fleisch konsumieren, weil es der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt schadet. Das Schöne: Statt auf bessere Gesetze zu warten, kann hier jede und jeder direkt starten: Leckere pflanzliche Rezepte gibt es mehr als genug (zum Beispiel hier . . .) und die Fleischalternativen sind inzwischen so gut, dass selbst Liebhaber von Burger und Hühnerfrikassee geschmacklich auf nichts mehr verzichten müssen – außer auf Vogelgrippe und andere Zoonosen.


